Über die Madonna, die auf einem Kopf steht

Neulich war ich in einer Ausstellung im LVR Landes-Museum Bonn.

Die Ausstellung heißt: Die Zisterzienser

Die Zisterzienser waren Mönche im Mittel-Alter.

Das habe ich in der Ausstellung erlebt:

 

Ich stehe vor einer besonders schönen Figur:

der Madonna aus dem Kloster Eberbach.

Dieses Kloster liegt bei der Stadt Eltville am Rhein.

Eine Madonna ist Maria mit dem Jesus-Kind.

Die Madonna aus dem Kloster Eberbach ist ungefähr 600 Jahre alt.

Zwei Jungs aus einer Schul-Klasse betrachten auch die Madonna.

Einer fragt den anderen:

"Warum steht die auf einem Kopf?"

Ja, tatsächlich:

Die Madonna steht auf einem Kopf.

Leider weiß ich selbst nicht genau warum.

Sonst würde ich es den Jungs erklären.

Und das Museum gibt dazu auch keine Info.

Ich weiß nur:

Der Kopf soll den Mond darstellen.

Und zwar als Mond-Sichel.

Das Bild zeigt eine Sichel:

ein Werk-Zeug zum Mähen.

Die Madonna heißt deshalb Mond-Sichel-Madonna.

Wie kommt der Künstler auf diese Idee?

Es gibt einen sehr alten Text:

die Apokalypse.

Auf Deutsch heißt der Text:

die Offenbarung des Johannes.

Er steht in der Bibel.

Der Text handelt vom Welt-Untergang.

Es geschehen schreckliche Dinge in dem Text.

Dabei geht es auch um eine Frau.

So lautet die Text-Stelle in der Apokalypse:

 

„Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel:

eine Frau, mit der Sonne bekleidet;

der Mond war unter ihren Füßen

und ein Kronevon zwölf Sternen auf ihrem Haupt"

 

Die Apokalypse hat einen großen Einfluss auf die Kunst im Mittel-Alter.

Manche Künstler stellen Maria dar als die Frau aus der Apokalypse.

Das ist auch bei der Madonna aus dem Kloster Eberbach so.

Deshalb trägt sie eine Krone.

Sie sieht aus wie eine Königin.

 

Meine Empfehlung:

Besuchen Sie die Zisterzienser-Ausstellung!

Man erfährt viel darüber,

wie die Mönche und Nonnen gelebt haben.

Hier gibt es Infos zur Ausstellung.

Madonna auf der Mondsichel aus Kloster Eberbach, um 1415, Terrakotta, 102 x 40 x 23 cm

Musée du Louvre, Paris, Inv.-Nr. RF 1343.

© bpk - Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte, RMN - Grand Palais, Musée du Louvre, Paris.

Foto: Christian Jean

Kommentar schreiben

Kommentare: 0