Goethe-Pflanzen, Teil 3

 

Neulich gab es eine Führung durch den Botanischen Garten:

Goethe und seine Pflanzen-Welt

Verschiedene Pflanzen wurden vorgestellt.

Auch der Baum Ginkgo war dabei.

Ginkgo biloba ist sein botanischer Name.

Biloba bedeutet zwei-lappig.

Damit ist das Ginkgo-Blatt gemeint.

Es sieht aus wie ein Fächer.

Es hat in der Mitte einen Einschnitt.

Dadurch wird es zweigeteilt.

Hier sehen Sie ein Ginkgo-Blatt:

 

 

Der Ginkgo kommt aus China.

Gingkos gehören zu den ältesten Pflanzen-Arten.

Es gibt sie seit Millionen Jahren auf der Erde.

Die einzelnen Ginkgo-Bäume werden auch sehr alt.

Der älteste Ginkgo ist etwa 4000 Jahre alt.

 

Zur Zeit Goethes gab es noch nicht viele Ginkgos in Deutschland.

Alle waren noch klein: 3 bis 4 Meter hoch.

Denn Ginkgos wachsen langsam.

Goethe lebte in der Stadt Weimar.

Dort wurde 1815 der erste Ginkgo gepflanzt.

Goethe schrieb in diesem Jahr sein berühmtes Gedicht:

 

 

Ginkgo biloba

 

Dieses Baums Blatt, der von Osten
meinem Garten anvertraut,
gibt geheimen Sinn zu kosten,
wie's den Wissenden erbaut.

 

Ist es ein lebendig Wesen,
das sich in sich selbst getrennt,
sind es zwei, die sich erlesen,
dass man sie als eines kennt?

 

Solche Fragen zu erwidern
fand ich wohl den rechten Sinn,
fühlst Du nicht an meinen Liedern,

dass ich eins und doppelt bin?

 

 

Goethe hat das Gedicht an eine Freundin geschickt.

Zusammen mit einem Ginkgo-Blatt.

Das Gedicht handelt von der besonderen Blatt-Form:

Man kann ein Blatt erkennen, das sich teilt.

Oder man kann zwei Blätter erkennen, die sich vereinen.

Das ist wie bei zwei Menschen, die sich sehr gut verstehen.

Das Gedicht handelt deshalb auch von Liebe und Freundschaft.

Dazu lesen Sie hier mehr.

 

Hier sehen Sie den Ginkgo im Botanischen Garten Bonn:

 

 

Auf dem nächsten Foto sehen Sie Blätter und Samen vom Bonner Ginkgo.

Der Name Ginkgo bedeutet Silber-Aprikose.

Damit sind die Samen gemeint.

 

 

Einige Äste vom Bonner Ginkgo müssen gestützt werden.

Beim Ginkgo gibt es männliche und weibliche Bäume.

Der Bonner Ginkgo ist männlich.

Aber die Gärtner haben ihm auch weibliche Äste angefügt.

Man nennt das Aufpropfen.

Die weiblichen Äste wachsen zur Seite.

Ein Gerüst stützt sie.

Hier lesen Sie alles über den Bonner Ginkgo.

 

 

Man nannte früher den Ginkgo auch:

* Elefantenohr-Baum

* Entenfuß-Baum

* Mädchenhaar-Baum

* Fächerblatt-Baum 

* Chinesischer Tempel-Baum

* Beseeltes Ei

* Mandel-Frucht

* Weiß-Nuss

* Nuss-Aprikose

 

 

Hier geht es zu Goethe-Pflanzen, Teil 1.

Hier geht es zu Goethe-Pflanzen, Teil 2.