Der Blinden-Brunnen in der Bonner Rheinaue

 

Der Blinden-Garten

 

In der Bonner Rheinaue gibt es einen Blinden-Garten.

Der Blinden-Garten wurde 1983 eröffnet.

Die Namen der Pflanzen dort stehen auf Tafeln in Blinden-Schrift.

Es sind viele duftende Pflanzen dabei.

Man muss sie nicht sehen.

Man kann sie riechen.

 

Man kann die Blätter auch fühlen.

Wie fühlen sich die Blätter an?

Manche sind ganz rau.

Andere sind sehr weich.

Manche sind besonders groß, andere ganz winzig.

Das Fühlen und Riechen ist für alle Menschen schön.

Nicht nur für Blinde.

 

 

Der Blinden-Brunnen

 

Im Blinden-Garten steht auch ein Blinden-Brunnen.

Der Künstler Richard Engels hat ihn gemacht.

Auf einem Stein-Sockel steht eine Figuren-Gruppe aus Bronze:

ein Elefant und mehrere Menschen um ihn herum.

Die Menschen betasten den Elefanten,

jeder an einer anderen Stelle:

am Rüssel, am Bein am Schwanz, am Ohr, am Rücken.

Dazu gibt es eine Geschichte.

 

 

 

Die Geschichte zum Blinden-Brunnen

 

 

Ein König gibt mehreren blinden Menschen eine Aufgabe:

Sie sollen einen Elefanten beschreiben.

 

Ein Blinder betastet den Rüssel und meint:

Das ist eine Schlange.

Ein Blinder betastet den Stoß-Zahn und meint:

Das ist ein Schwert.

Ein Blinder betastet ein Bein und meint:

Das ist ein Baum.

Ein Blinder betastet die Haut und meint:

Das ist eine Wand.

Ein Blinder betastet ein Ohr und meint:

Das ist ein großes Kohl-Blatt.

Ein Blinder betastet den Schwanz und meint:

Das ist ein Wurm.

 

So macht jeder seine eigene Erfahrung.

Jeder hält seine Erfahrung für die Wahrheit.

Das geht nicht nur Blinden so.

Das geht uns allen so.